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Biodiversität und Klimaschutz: Die Bedeutung von Co-Benefits in Klimaschutzprojekten

19.12.2023
4 min

Unternehmen sehen sich einem wachsenden Druck von EU-Vorschriften, Investor:innen und Verbraucher:innen gegenüber, nachhaltige Strategien zu implementieren, die tatsächlich einen signifikanten Beitrag leisten. Die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet nicht nur die "Mathematik" der Treibhausgase, sondern zielt darauf ab, die bestmögliche Wirkung auf Klima, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu erzielen. Daher gewinnen sogenannte "Co-Benefits" von Klimaschutzprojekten für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Erfahre hier, wie ihr durch die Investition in Regenerative Landwirtschaft zahlreiche Co-Benefits fördern könnt.

Kernaussagen

  • Mehr als CO₂ speichern und reduzieren: Co-Benefits sind positive Nebeneffekte, die über das Hauptziel des Klimaschutzes hinaus durch Klimaschutzprojekte erzielt werden.
  • Die Unterstützung der Regenerativen Landwirtschaft kann eine effektive Strategie sein, um Co-Benefits in die Nachhaltigkeitsstrategie eures Unternehmens zu integrieren. Ein wichtiger Vorteil von regenerativen Maßnahmen ist der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt.
  • Co-Benefits sind oft greifbarer als das abstrakte Thema Klima. Demonstriert das Engagement eures Unternehmens für eine ganzheitlich nachhaltige Zukunft, um die Kundenloyalität zu erhöhen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben.

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Was sind Co-Benefits? 

Co-Benefits sind Zusatznutzen, die über das Hauptziel einer Klimaschutzinitiative hinausgehen. Unternehmen erkennen zunehmend die Relevanz von Co-Benefits, insbesondere wenn sie über Investitionen in Klimaschutzprojekte kommunizieren. Die Weltbank hat sich im Jahr 2020 dazu verpflichtet, dass 35 % ihrer Investitionen in den nächsten fünf Jahren in den Bereich "Climate Co-Benefits" fließen. Sie stellt ihre Investitionen in Klimaschutz als Climate Co-Benefits Investitionen dar, um zu verdeutlichen, wie Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Entwicklung sinnvoll miteinander verknüpft werden können.

Co-Benefits können vielfältige Vorteile für Biodiversität, Wasserversorgung, soziale Gerechtigkeit, Wirtschaft, Gesundheit oder Klimaresilienz umfassen. So haben Aufforstungsprojekte beispielsweise unmittelbare positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, indem sie die Luftqualität verbessern, während Investitionen in nachhaltige Landwirtschaftspraktiken die Resilienz von Landwirt:innen gegenüber Auswirkungen der Klimakrise erhöhen.

Die Betonung von Co-Benefits in eurer Nachhaltigkeitskommunikation kann eine erfolgreiche Strategie sein, um eine breitere Unterstützung für eure Maßnahmen zu gewinnen und einen größeren Impact zu erzielen. Das kann euch helfen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, die Kundenloyalität zu steigern und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Denn obwohl die Transformation zu einer Net-Zero-Wirtschaft eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft ist, zeigt unsere Erfahrung, dass Themen wie das Aussterben von Tieren und Pflanzen für die meisten Menschen greifbarer sind als die Klimakrise. Erlebst du das auch so?

Die Kraft von naturbasierten Lösungen

Mit einem stärkeren Fokus auf die Co-Benefits von Klimaschutzprojekten rücken naturbasierte Lösungen in den Vordergrund. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, in naturbasierte Klimaschutzprojekte zu investieren. Diese setzen im Gegensatz zu rein technischen Klimalösungen auf Klimaschutz durch den Schutz, die Wiederherstellung und das nachhaltige Management von Ökosystemen. Wir machen uns mit naturbasierten Lösungen die natürliche Fähigkeit der Pflanzen zunutze, Kohlendioxid aus der Atmosphäre durch Photosynthese in gebundenen Kohlenstoff umzuwandeln und zu speichern.

Die Nutzung der Natur zur Bekämpfung des Klimawandels kann zahlreiche sozio-ökologische und wirtschaftliche Vorteile bieten. Regenerative Landwirtschaft ist ein Beispiel für eine naturbasierte Lösung, die nicht nur die Bindung von CO₂ aus der Atmosphäre in Böden fördert, sondern auch vielfältige Zusatznutzen für die nachhaltige Entwicklung bringt. Wichtige Co-Benefits umfassen die Förderung von Biodiversität, die Verbesserung der Bodengesundheit, die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität von Böden und die nachhaltige Sicherung unserer Lebensgrundlage durch die Produktion von nährstoffreichen Lebensmitteln.

Regenerative Landwirtschaft: Ein Weg zur Förderung der Biodiversität

Ein wichtiger Zusatznutzen von naturbasierten Klimaschutzprojekten liegt in dem Schutz und der Förderung der Biodiversität. Die aktuelle Übernutzung und Zerstörung von Lebensräumen bringt mehr Arten an den Rand des Aussterbens als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. In Europa sind derzeit rund 40 % der Bienenarten stark bedroht. Einer Studie der Allianz Trade zufolge würde allein der Verlust der Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland zu einem jährlichen Verlust des Bruttoinlandsprodukts von über 3 Milliarden Euro führen.

Die Biodiversitätskrise wird durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft. Gleichzeitig spielen intakte Ökosysteme, in denen es von verschiedenen Arten wimmelt, eine essenzielle Rolle bei der wirksamen Bekämpfung des Klimawandels. Forscher:innen betonen, dass wir Klima- und Biodiversitätsschutz gemeinsam betrachten müssen. Beide Systeme sind voneinander abhängig und funktionieren nur im Einklang miteinander.

An illustration of how regenerative agriculture promotes biodiversity in the soil and in the fields.
Förderung der Biodiversität als wirksamer Co-Benefit der Regenerativen Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft wirkt dem Verlust der biologischen Vielfalt in vielerlei Hinsicht entgegen, sowohl oberhalb des Bodens als auch im Boden. Die Natur lässt die Böden nicht unbedeckt - die Regenerative Landwirtschaft auch nicht. Blühstreifen, Zwischenfrüchte oder Nachsaaten sorgen für eine dauerhafte Bodenbedeckung und für ein vielfältiges Angebot an Nahrungs- und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und andere Tiere. Darüber hinaus schützt der reduzierte Einsatz von Insektiziden die Nützlinge. Im Boden fördert die molekulare Vielfalt der Pflanzen die Diversität der Gemeinschaften von Mikroorganismen, während die reduzierte Bodenbearbeitung die Integrität der Bodenstruktur fördert und die Meso- und Makrofauna schützt. Welche weiteren Vorteile siehst du in dem Wimmelbild oben?

Die Förderung der biologischen Vielfalt ist aber längst nicht der einzige Zusatznutzen. Regenerative Landwirtschaft kann die Wasserspeicherkapazität des Boden erhöhen und die Qualität des Grundwassers durch die Verringerung des Nitratabflusses verbessern. Zudem hat eine kürzliche Studie gezeigt, dass regenerative Maßnahmen die Menge an organischer Substanz im Boden erhöhen, was zu einem höheren Nährstoffgehalt der angebauten Produkte führt, die dadurch leckerer und gesünder sind. Durch den Aufbau der Bodengesundheit sind regenerative Maßnahmen ein Schlüssel zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels. Sie kann deren zukünftige Profitabilität und unsere Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen

Ihr investiert in Klimaschutzprojekte? Vergesst dabei nicht, die positiven Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung zu berücksichtigen. Wenn du mehr über Klimaschutzprojekte im Bereich der Regenerativen Landwirtschaft in eurer Region erfahren möchtest, frag gerne mehr Informationen von unserem Team an.

Mehr Informationen erhalten, um das Potenzial der Regenerativen Landwirtschaft in eurem Unternehmen zu nutzen.

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Biodiversität und Klimaschutz: Die Bedeutung von Co-Benefits in Klimaschutzprojekten

19.12.2023
4 min

Unternehmen sehen sich einem wachsenden Druck von EU-Vorschriften, Investor:innen und Verbraucher:innen gegenüber, nachhaltige Strategien zu implementieren, die tatsächlich einen signifikanten Beitrag leisten. Die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet nicht nur die "Mathematik" der Treibhausgase, sondern zielt darauf ab, die bestmögliche Wirkung auf Klima, Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu erzielen. Daher gewinnen sogenannte "Co-Benefits" von Klimaschutzprojekten für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Erfahre hier, wie ihr durch die Investition in Regenerative Landwirtschaft zahlreiche Co-Benefits fördern könnt.

Autor
Chiara Zastrow
Chiara Zastrow
B2B Marketing Manager

Kernaussagen

  • Mehr als CO₂ speichern und reduzieren: Co-Benefits sind positive Nebeneffekte, die über das Hauptziel des Klimaschutzes hinaus durch Klimaschutzprojekte erzielt werden.
  • Die Unterstützung der Regenerativen Landwirtschaft kann eine effektive Strategie sein, um Co-Benefits in die Nachhaltigkeitsstrategie eures Unternehmens zu integrieren. Ein wichtiger Vorteil von regenerativen Maßnahmen ist der Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt.
  • Co-Benefits sind oft greifbarer als das abstrakte Thema Klima. Demonstriert das Engagement eures Unternehmens für eine ganzheitlich nachhaltige Zukunft, um die Kundenloyalität zu erhöhen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben.

Was sind Co-Benefits? 

Co-Benefits sind Zusatznutzen, die über das Hauptziel einer Klimaschutzinitiative hinausgehen. Unternehmen erkennen zunehmend die Relevanz von Co-Benefits, insbesondere wenn sie über Investitionen in Klimaschutzprojekte kommunizieren. Die Weltbank hat sich im Jahr 2020 dazu verpflichtet, dass 35 % ihrer Investitionen in den nächsten fünf Jahren in den Bereich "Climate Co-Benefits" fließen. Sie stellt ihre Investitionen in Klimaschutz als Climate Co-Benefits Investitionen dar, um zu verdeutlichen, wie Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Entwicklung sinnvoll miteinander verknüpft werden können.

Co-Benefits können vielfältige Vorteile für Biodiversität, Wasserversorgung, soziale Gerechtigkeit, Wirtschaft, Gesundheit oder Klimaresilienz umfassen. So haben Aufforstungsprojekte beispielsweise unmittelbare positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, indem sie die Luftqualität verbessern, während Investitionen in nachhaltige Landwirtschaftspraktiken die Resilienz von Landwirt:innen gegenüber Auswirkungen der Klimakrise erhöhen.

Die Betonung von Co-Benefits in eurer Nachhaltigkeitskommunikation kann eine erfolgreiche Strategie sein, um eine breitere Unterstützung für eure Maßnahmen zu gewinnen und einen größeren Impact zu erzielen. Das kann euch helfen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, die Kundenloyalität zu steigern und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Denn obwohl die Transformation zu einer Net-Zero-Wirtschaft eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft ist, zeigt unsere Erfahrung, dass Themen wie das Aussterben von Tieren und Pflanzen für die meisten Menschen greifbarer sind als die Klimakrise. Erlebst du das auch so?

Die Kraft von naturbasierten Lösungen

Mit einem stärkeren Fokus auf die Co-Benefits von Klimaschutzprojekten rücken naturbasierte Lösungen in den Vordergrund. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, in naturbasierte Klimaschutzprojekte zu investieren. Diese setzen im Gegensatz zu rein technischen Klimalösungen auf Klimaschutz durch den Schutz, die Wiederherstellung und das nachhaltige Management von Ökosystemen. Wir machen uns mit naturbasierten Lösungen die natürliche Fähigkeit der Pflanzen zunutze, Kohlendioxid aus der Atmosphäre durch Photosynthese in gebundenen Kohlenstoff umzuwandeln und zu speichern.

Die Nutzung der Natur zur Bekämpfung des Klimawandels kann zahlreiche sozio-ökologische und wirtschaftliche Vorteile bieten. Regenerative Landwirtschaft ist ein Beispiel für eine naturbasierte Lösung, die nicht nur die Bindung von CO₂ aus der Atmosphäre in Böden fördert, sondern auch vielfältige Zusatznutzen für die nachhaltige Entwicklung bringt. Wichtige Co-Benefits umfassen die Förderung von Biodiversität, die Verbesserung der Bodengesundheit, die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität von Böden und die nachhaltige Sicherung unserer Lebensgrundlage durch die Produktion von nährstoffreichen Lebensmitteln.

Regenerative Landwirtschaft: Ein Weg zur Förderung der Biodiversität

Ein wichtiger Zusatznutzen von naturbasierten Klimaschutzprojekten liegt in dem Schutz und der Förderung der Biodiversität. Die aktuelle Übernutzung und Zerstörung von Lebensräumen bringt mehr Arten an den Rand des Aussterbens als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. In Europa sind derzeit rund 40 % der Bienenarten stark bedroht. Einer Studie der Allianz Trade zufolge würde allein der Verlust der Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland zu einem jährlichen Verlust des Bruttoinlandsprodukts von über 3 Milliarden Euro führen.

Die Biodiversitätskrise wird durch die Auswirkungen des Klimawandels verschärft. Gleichzeitig spielen intakte Ökosysteme, in denen es von verschiedenen Arten wimmelt, eine essenzielle Rolle bei der wirksamen Bekämpfung des Klimawandels. Forscher:innen betonen, dass wir Klima- und Biodiversitätsschutz gemeinsam betrachten müssen. Beide Systeme sind voneinander abhängig und funktionieren nur im Einklang miteinander.

An illustration of how regenerative agriculture promotes biodiversity in the soil and in the fields.
Förderung der Biodiversität als wirksamer Co-Benefit der Regenerativen Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft wirkt dem Verlust der biologischen Vielfalt in vielerlei Hinsicht entgegen, sowohl oberhalb des Bodens als auch im Boden. Die Natur lässt die Böden nicht unbedeckt - die Regenerative Landwirtschaft auch nicht. Blühstreifen, Zwischenfrüchte oder Nachsaaten sorgen für eine dauerhafte Bodenbedeckung und für ein vielfältiges Angebot an Nahrungs- und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und andere Tiere. Darüber hinaus schützt der reduzierte Einsatz von Insektiziden die Nützlinge. Im Boden fördert die molekulare Vielfalt der Pflanzen die Diversität der Gemeinschaften von Mikroorganismen, während die reduzierte Bodenbearbeitung die Integrität der Bodenstruktur fördert und die Meso- und Makrofauna schützt. Welche weiteren Vorteile siehst du in dem Wimmelbild oben?

Die Förderung der biologischen Vielfalt ist aber längst nicht der einzige Zusatznutzen. Regenerative Landwirtschaft kann die Wasserspeicherkapazität des Boden erhöhen und die Qualität des Grundwassers durch die Verringerung des Nitratabflusses verbessern. Zudem hat eine kürzliche Studie gezeigt, dass regenerative Maßnahmen die Menge an organischer Substanz im Boden erhöhen, was zu einem höheren Nährstoffgehalt der angebauten Produkte führt, die dadurch leckerer und gesünder sind. Durch den Aufbau der Bodengesundheit sind regenerative Maßnahmen ein Schlüssel zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels. Sie kann deren zukünftige Profitabilität und unsere Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen

Ihr investiert in Klimaschutzprojekte? Vergesst dabei nicht, die positiven Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung zu berücksichtigen. Wenn du mehr über Klimaschutzprojekte im Bereich der Regenerativen Landwirtschaft in eurer Region erfahren möchtest, frag gerne mehr Informationen von unserem Team an.

Chiara Zastrow

Chiara Zastrow ist fasziniert von naturbasierten Klimalösungen und deren Relevanz für die Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen. Mit ihrem Hintergrund in Marketing und Umweltökonomie gibt sie Einblicke in die neusten Entwicklungen auf dem Markt und zeigt auf, wie Unternehmen agieren können.

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