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So gelingt die Lieferkettentransformation

Drei Fragen und Antworten zu Insetting

10.12.2022
3 min

Das Erreichen von Netto-Null bis 2050 stellt Unternehmen vor die einzigartige Herausforderung, ihre Emissionen in der Wertschöpfungskette zu reduzieren und sich gleichzeitig an die sich schnell verändernden geopolitischen und ökologischen Bedingungen anzupassen. Da die Strategie des Insetting in der Wirtschaft immer bekannter wird, ist es wichtig, die Einzelheiten des Konzepts zu verstehen. Dieser Artikel bietet euch eine kurze Einführung der Prinzipien von Insetting, unabhängig davon, ob ihr den Begriff noch nie gehört habt oder nur eine Auffrischung benötigt.

Kernaussagen:

  • Insetting ist eine Methode zur Reduzierung eurer Scope-3-Emissionen durch die Erhöhung der Kohlenspeicherung in eurer eigenen Lieferkette
  • Beim Offsetting werden Emissionen durch externe Projekte ausgeglichen, aber beim Insetting wird die eigene Wertschöpfungskette dekarbonisiert
  • Unternehmen können mitInsetting beginnen, indem sie die Quellen von Treibhausgasemissionen in ihrer eigenen Lieferketten bewerten und analysieren
  • Die Regenerative Landwirtschaft ist ein schöner Ansatzpunkt für Insetting, da regenerative Techniken Kohlenstoff im Boden binden. Dabei reduziert ein Unternehmen seine Emissionen bereits in der ersten Stufe der Wertschöpfungskette.

Bildquelle:

Was bedeutet Insetting?

Insetting ist, kurz gesagt, eine Methode zur Verringerung eurer Scope-3-Emissionen durch die Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung in eurer eigenen Lieferkette. [2]

Der Prozess, bei dem ein Unternehmen seine Emissionen durch ein Projekt innerhalb seiner Wertschöpfungskette reduziert, umfasst die Berücksichtigung sowohl der vor- als auch der nachgelagerten Emissionen, die durch sorgfältig auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnittene Projekte direkt angegangen werden.

Oft besteht das Insetting aus naturbasierten Lösungen, die Kohlenstoff binden, wie etwa Regenerative Landwirtschaft, Aufforstung, Agroforstwirtschaft und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten. Diese Lösungen werden durch strategische Investitionen ausgeweitet, und alle Akteur:innen in der Lieferkette profitieren von den Vorteilen wie verbesserter Bodenfruchtbarkeit, gesicherten Erträgen, größerer Artenvielfalt, höherer Wasserspeicherkapazität sowie nahrhafteren Produkten.

Was ist der Unterschied zwischen Insetting und Offsetting?

Wenn Unternehmen CO2-Kompensationen kaufen, gleichen sie ihre eigenen Emissionen aus, indem sie Projekte unterstützen, die den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen anderswo verringern. Kompensationsprojekte müssen eine messbare positive Auswirkung auf die Umwelt haben; sie können auch soziale und wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten mit sich bringen. Kompensationsprojekte können Aufforstung, biologische Vielfalt, Bildung, Arbeitsplätze, Ernährungssicherheit und Regenerative Landwirtschaft sowie Gesundheit und Wohlbefinden betreffen - fast jede Initiative, die Treibhausgase (THG) aus der Atmosphäre entfernt und einen gesünderen Planeten fördert. Die Emissionsziele können erreicht werden, ohne dass ein Aspekt der Wertschöpfungskette verändert wird.

Wie der Name schon sagt, leitet sich der Begriff Insetting vom Konzept des CO2-Ausgleichs ab. Während der Kohlenstoffausgleich auf den positiven Auswirkungen einer THG-Reduktionsmaßnahme außerhalb der direkten oder indirekten Geschäftstätigkeit eines Unternehmens beruht, bezieht sich Insetting auf THG-Reduktionen oder CO2-Speicherungstaktiken, die direkt mit der Wertschöpfungskette eines Unternehmens verbunden sind, entweder durch Standort, Produktion oder Rohstoffe. Anstatt ein bestehendes Projekt an anderer Stelle durch Ausgleichsmaßnahmen zu finanzieren, werden Insetting-Projekte gemeinsam mit Partner:innen entlang der Wertschöpfungskette entwickelt und strategisch auf die Tätigkeiten des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten.

Insetting wird von Unternehmen oft in Verbindung mit Offsetting eingesetzt, wobei das letztendliche Ziel eine vollständige Umstellung von Offsetting auf Insetting ist, um die Klimaziele zu erreichen und den Übergang zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell zu schaffen. Letztendlich kann die Kompensation nicht als Ersatz für die direkte Emissionsreduzierung durch Unternehmen angesehen werden - die Reduktion ist der direkte, effiziente Weg in die Zukunft, da es die Emissionen an der Quelle verringert. Ein wichtiges Detail bei der Abwägung zwischen Insetting und Offsetting ist, dass Unternehmen, die sich zu Zielen im Sinne der SBTi verpflichten wollen, nur 5 % ihrer Emissionen offsetten dürfen [3] - ein winziger Bruchteil der Gesamtreduktionen, die sie erreichen müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Ziele von Insetting und Offsetting grundlegend unterscheiden: Offsetting versucht, die Unternehmensemissionen durch Investitionen in externe klimapositive Projekte auszugleichen, während Insetting im Wesentlichen die eigene Wertschöpfungskette dekarbonisiert und langfristige Vorteile schafft.

Wie beginnen Unternehmen ihre Insetting-Reise?

Der erste Schritt zum Insetting besteht für Unternehmen darin, eine Bewertung ihrer eigenen Lieferkette vorzunehmen, um die Quellen von Treibhausgasemissionen zu ermitteln und zu messen. Diese erste Untersuchung muss umfassend sein und jeden Schritt der Wertschöpfungskette abdecken, von den Rohstoffen über die Energiequellen bis hin zum Transport. Die Unternehmen müssen dann ermitteln, welche Emissionsquellen unter Berücksichtigung der Machbarkeit vorrangig angegangen werden müssen, und den Prozess der Emissionsminderung einleiten.

Die Regenerative Landwirtschaft ist ein beliebter Ansatzpunkt für die Optimierung des Insetting. [4] Lebensmittelkonzerne wie Néstle und Walmart haben die Regenerative Landwirtschaft strategisch in ihre Insetting-Pläne aufgenommen, mehr noch, sie betrachten sie als ihre langfristige Kernausrichtung - eine einfache Entscheidung, da regenerative Techniken wie der Anbau von Deckfrüchten Kohlenstoff im Boden binden und so die Emissionen eines Unternehmens bereits in der ersten Stufe der Wertschöpfungskette reduzieren. Regenerative Landwirtschaft bringt auch eine Reihe anderer Vorteile mit sich, darunter eine erhöhte Klimaresistenz der Kulturen [5] und die Förderung der lokalen Artenvielfalt. [6]

Ein eindrucksvolles Beispiel ist Ben & Jerry's, eine beliebte Eiscreme-Marke, die seit 2016 in das Rwenzori-Projekt in Uganda investiert, um ihre Vanille nachhaltig zu beziehen. Das Programm hat Vanillebauern dabei geholfen, neue land- und forstwirtschaftliche Systeme aufzubauen, was die Emissionen in der Lieferkette reduziert und letztlich zur Verbesserung und Diversifizierung der Produktion beigetragen hat.

Insetting-Expert:innen wie Klim können Unternehmen dabei helfen, einen reibungslosen Übergang zu einer dekarbonisierten Wertschöpfungskette zu schaffen. Von der Koordinierung komplexer Logistik bis hin zum Management der Kommunikation mit den Landwirt:innen arbeiten wir mit euch zusammen, um die Effizienz und Transparenz der Integration der Regenerativen Landwirtschaft zu optimieren, indem wir die betrieblichen Themen ganzheitlich und individuell für alle Landwirt:innen abdecken. Werft gerne einen Blick auf unsere anderen Blogbeiträge, um mehr über die strategische Umstellung auf Insetting mit Regenerativer Landwirtschaft zu erfahren!

Quellen:

[1], [2], [3], [4], [5], [6]

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